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Welche finanzielle Unterstützung bietet die Pflegekasse?

Die Pflege eines nahen Angehörigen ist teuer. Daher ist es wichtig zu wissen, mit welchen staatlichen Leistungen Sie rechnen können. Wir geben Ihnen eine kurze Übersicht zu Art und Umfang der Unterstützung durch die Pflegekasse.

Wie umfangreich sind Pflegegeld und Pflegesachleistungen?

Die Pflegekasse zahlt Pflegegeld und Pflegesachleistungen entsprechend des Pflegegrades. Pflegegeld erhält Ihr Angehöriger, wenn er von Ihnen oder einer ehrenamtlichen Person gepflegt wird. Pflegesachleistungen werden bei der Pflege, wie durch den ambulanten Pflegedienst, direkt mit der Pflegekasse abgerechnet.

Die Kombination von Pflegegeld und Pflegesachleistungen ist möglich. Wird der Betrag der Pflegesachleistungen nicht vollständig ausgeschöpft, kann er dem Pflegebedürftigen anteilig als Pflegegeld ausgezahlt werden.

Pflegegrad 1:

  • Pflegesachleistung: 0€
  • Pflegegeld: 0€

Pflegegrad 2:

  • Pflegesachleistung: 689€ 
  • Pflegegeld: 316€

Pflegegrad 3:

  • Pflegesachleistung: 1.289€
  • Pflegegeld: 545€

Pflegegrad 4:

  • Pflegesachleistung: 1.612€
  • Pflegegeld: 728€

Pflegegrad 5:

  • Pflegesachleistung: 1.995€
  • Pflegegeld: 901€

Wie umfangreich werden zusätzliche Betreuungsleistungen unterstützt?

Der Pflegebedürftige hat in allen Pflegegraden einen Anspruch auf den Entlastungsbetrag in Höhe von monatlich 125€, wenn er zu Hause gepflegt wird. Dieser Betrag ist zweckgebunden. Die Pflegekasse erstattet nur bestimmte Leistungen von zur Abrechnung berechtigten Pflegedienstleistern, wie ambulante Pflegedienste oder zugelassenen Einzelpersonen. Diese Leistungen umfassen Gedächtnistraining, Vorlesen oder Hilfe beim Einkaufen. Pflegebedürftige können den Entlastungsbetrag aber auch umsetzen, um Regelleistungen der Tages- und Nachtpflege aufzustocken. Das Gleiche gilt für die Kurzzeitpflege, wenn Pflegebedürftige etwa nach einem Krankenhausaufenthalt für einige Zeit auf vollstationäre Pflege im Heim angewiesen sind.

Wie umfangreich werden Pflegehilfsmittel bezuschusst?

Pflegebedürftige haben Anspruch auf die Versorgung mit notwendigen Pflegehilfsmitteln, die ihre Beschwerden lindern und die Pflege erleichtern. Dazu zählen auch Hilfsmittel, die zum Verbrauch bestimmt sind – sogenannte Verbrauchsprodukte. Hierzu zählen Desinfektionsmittel, Bettschutzeinlagen, Einmalhandschuhe, Mundschutz oder ähnliche Produkte, die nicht wiederverwendbar sind. Technische Hilfen, wie Pflegebetten, Rollstühle, Hebegeräte, Lagerungshilfen, Badewannen- oder Duschsitze und Nachtstühle, sollen die Pflege und Versorgung zu Hause erleichtern. Ob die Mittel notwendig sind, prüft die Pflegekasse unter Beteiligung des MDK. Technische Pflegehilfsmittel werden in den meisten Fällen auf Leihbasis zur Verfügung gestellt. Generell müssen Pflegebedürftige (über 18 Jahre) für ein technisches Hilfsmittel eine Eigenleistung von zehn Prozent, jedoch höchstens 25€ zuzahlen. Für Verbrauchsprodukte zahlt die Pflegekasse einen monatlichen Betrag von bis zu 40€.

Wie wird die Wohnungsanpassung unterstützt?

Wenn Umbauten in der Wohnung des Pflegebedürftigen notwendig sind, gewährt die Pflegekasse einen Zuschuss für bauliche Veränderungen wie Türverbreiterungen, den Umbau der Badewanne, den Einbau einer Dusche oder Rampen für Rollstuhlfahrer. Auch in diesem Fall gilt: Anspruch auf finanzielle Unterstützung für Umbauten besteht, „wenn dadurch die häusliche Pflege ermöglicht oder erheblich erleichtert oder eine möglichst selbstständige Lebensführung des Pflegebedürftigen wiederhergestellt wird. Die Pflegekasse gewährt pro Maßnahme einen Zuschuss von maximal 4.000€. Der Zuschuss ist vor dem Umbau zu beantragen.

Wie wird die teilstationäre Pflege – Tagespflege und Nachtpflege – unterstützt?

Diese kommt in Frage, wenn die häusliche Pflege nicht in ausreichendem Umfang sichergestellt ist: Bei der Tagespflege lebt und schläft der Pflegebedürftige in seinem privaten Umfeld, verbringt aber einen oder mehrere Tage in der Woche in einer von der Pflegekasse anerkannten Tagesstätte. Bei der Nachtpflege verbringt der Pflegebedürftige eine oder mehrere Nächte in der Woche in einem Pflegeheim und wird am Morgen wieder in sein privates Umfeld zurückgebracht. Die Pflegekassen übernehmen neben der ambulanten Pflegesachleistung und dem Pflegegeld die Kosten der Tages- und Nachpflege monatlich bis zu:

  •    689 € bei Pflegegrad 2
  • 1.298 € bei Pflegegrad 3
  • 1.612 € bei Pflegegrad 4
  • 1.995 € bei Pflegegrad 5

Was leistet die Verhinderungspflege?

Wenn die private Pflegeperson durch Krankheit oder Urlaub verhindert ist, übernimmt die Pflegeversicherung die Kosten der Ersatzpflege bis zu sechs Wochen, maximal bis zu 1.612 € pro Kalenderjahr. Die Verhinderungspflege im häuslichen Bereich kann im Ganzen oder für einzelne Betreuungstage genutzt werden. Voraussetzung ist eine vorherige Pflegedauer von mindestens sechs Monaten.

Wie wird die Kurzzeitpflege bezuschusst?

Wenn die private Pflegeperson Urlaub macht oder erkrankt, übernimmt die Pflegeversicherung die Kosten für pflegebedingte Aufwendungen, soziale Betreuung und medizinische Behandlungspflege einer Ersatzpflege in einem Pflegeheim bis zu acht Wochen, maximal bis zu 1.612 € pro Kalenderjahr.

Kurzzeitpflege und Verhinderungspflege sind auch kombinierbar. Ein noch nicht verbrauchter Leistungsbetrag für Verhinderungspflege kann auch für Leistungen der Kurzzeitpflege eingesetzt werden. Dadurch kann der Leistungsbetrag der Kurzzeitpflege maximal auf 3.224 € verdoppelt werden. Ein noch nicht verbrauchter Leistungsbetrag für Kurzzeitpflege kann auch für Leistungen der Verhinderungspflege eingesetzt werden. Dadurch kann der Leistungsbetrag der Verhinderungspflege maximal um 50 % auf 2.418 € erhöht werden.

Wie wird die stationäre Pflege unterstützt?

Wenn eine häusliche Betreuung nicht oder nicht mehr möglich ist, kommt eine Pflege im Heim in Frage. Dann werden pflegebedürftige Menschen in Ein- und Doppelzimmern „rund um die Uhr“ betreut. Die Pflegekasse zahlt entsprechend des Pflegegrades. Kosten für die Unterbringung und Verpflegung sowie Zusatzleistungen müssen vom Bewohner selbst oder vom zuständigen Sozialhilfeträger aufgebracht werden. Die Leistungen der Pflegekasse betragen:

  •    125 € bei Pflegegrad 1
  •    770 € bei Pflegegrad 2
  • 1.262 € bei Pflegegrad 3
  • 1.775 € bei Pflegegrad 4
  • 2.005 € bei Pflegegrad 5

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