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Wie gehe ich mit Suchterkrankten um?

Eine verständnisvolle Haltung gegenüber einem Suchtkranken beginnt kontraproduktiv zu werden, sobald man als Angehöriger eigene Ziele aus den Augen verliert, zu leiden beginnt oder von seinem Umfeld darauf hingewiesen wird, dass man sich grundlegend negativ verändert hat. Sowohl als Vorbild für den Suchtkranken als auch für die eigene Wertschätzung ist es wichtig, den verantwortungsvollen Umgang mit seinem Leben und seiner Gesundheit als Angehöriger vorzuleben. Das ist auch ein guter Weg, die Co-Abhängigkeit zu vermeiden oder aus ihr herauszukommen Wichtig ist aber, dies nicht zu überschätzen: Der eigene Weg aus der Co-Abhängigkeit ist nicht immer auch der Weg aus der Sucht für den Betroffenen.

Tipp: Freiräume schaffen

Sich Freiräume zu verschaffen, funktioniert für Angehörige von Suchtkranken oft nur mit Hilfestellung. Unter Anleitung z.B. einer Angehörigen-Gruppe sollte man sich auf Dinge zurückbesinnen, die man früher gerne gemacht hat (Hobbies, Freunde). Das kann durchaus auch im häuslichen Bereich funktionieren, wenn man mit einem Suchtkranken zusammenlebt.
Es gilt: Man sollte nichts tun, nur um dem Suchtkranken einen Gefallen zu tun. Das gilt auch für das Aufrechterhalten einer Beziehung.

Wer ist schuld?

Manchmal sind auch Schuldgefühle für Angehörige von Suchtkranken ein Problem. Entweder weil der Suchtkranke versucht, seine eigene Verantwortung auf den Angehörigen abzuwälzen (meist in Beziehungen, wo ein Partner sehr dominant ist) oder weil der Angehörige beim Versuch, die Suchtproblematik zu lösen, zu hohe Ansprüche an sich selbst anlegt. Letztlich ist es für Angehörige wichtig, sich bewusst zu machen, dass ein Suchtkranker die Verantwortung für sein Leben am Ende selbst tragen muss.

Sucht bei Kindern

Zur Suchtprävention bei Kindern gehört auch, dass Eltern sich informieren, was z.B. im Bereich der Substanzen, die süchtig machen können oder in punkto Freizeitverhalten gerade 'in' ist, wie die entsprechenden Produkte vertrieben und wie sie konsumiert werden. Eine Rückschau auf die eigene Jugend kann hier manchmal weiterhelfen. Aber auch neue Suchtformen wie zu starker Internetkonsum sollten nicht außer Acht gelassen werden. Besonders in der Gruppe der 12 bis 18-Jährigen sollten sich Eltern um einen guten Kontakt bemühen, auch wenn sich Jugendliche schon vom Elternhaus ablösen.
Grundsätzlich gilt: Nicht alles der Schule überlassen.

Kinder von Süchtigen

Sind die Angehörigen von Suchtkranken Kinder, dann ist es wichtig, dass sie Ansprechpartner finden, die die Situation richtig erfassen und ihnen weiterhelfen können. Beratungsstellen wie Condrobs beispielsweise bietet entsprechende Präventions-Programme, bei denen etwa Lehrer für das Thema Sucht sensibilisiert oder Sozialarbeiter an Schulen installiert werden, um Anlaufstellen zu schaffen.

 

Unsere Leistungen im Überblick:

  • Kostenlose telefonische Beratung von 8 bis 18 Uhr, in Krisensituationen rund um die Uhr
  • Zugang zu psychosozialer Beratung in der Nähe Ihres Wohnortes oder Arbeitsplatzes
  • Zusicherung absoluter Vertraulichkeit
  • Hilfe bei der Klärung alltagspraktischer Fragen

Unsere Berater/innen erreichen Sie kostenlos unter 0800 976 976 0