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Wie vermeide ich Rückfälle?

Meistens tritt ein Rückfall in den ersten drei Monaten nach der Behandlung auf. Wer in der Lage ist drei bis sechs Monate lang zu widerstehen, hat die ideale Voraussetzung zum Durchhalten. Warum droht überhaupt der Rückfall in eine unerwünschte Gewohnheit oder Sucht? Das liegt ganz einfach daran, dass bestimmte Belastungen erneut auftreten können und das in der Vergangenheit gerade durch diese schlechten Gewohnheiten oder der Sucht die Tat erleichtert wurde.

Schon alleine das Gefühl der Langeweile oder der Einsamkeit reicht, dass sich die früheren Gewohnheiten wieder durchsetzen wollen. Andere Ursachen können Gruppenzwang, Konflikte, negative Gefühle oder Situationen sein, in denen man der Versuchung wieder ausgesetzt ist.

Die Methode des Belohnens -natürlich in Maßen - kann dazu beitragen einen Rückfall zu verhindern. Denn dann hat man wieder neuen Elan seinen Entschluss durchzuziehen.
Eine andere Methode wäre, sich mit verschiedenen interessanten Aktivitäten zu beschäftigen. Sowohl handwerkliche Beschäftigungen als auch Hobbys sind sinnvoll. Man sollte dieser Beschäftigung jedoch jederzeit nachgehen können. Wenn die Sucht nicht mehr befriedigt wird, entsteht eine Leere und deshalb sollte man gerade diese Leere durch eine nützliche Beschäftigung ersetzen. Auf alle Fälle sollte man dadurch Erleichterung verspüren, denn so kann man dieses ähnliche Erleichterungsgefühl der Sucht ersetzen. Was aber, wenn man trotz seiner Bemühungen abzugleiten droht? Ein Süchtiger neigt oft zu der Überlegung: Ich habe versagt, also kann ich auch ganz aufgeben!". Diese Denkweise muss aufs Äußerste bekämpft werden. Man sollte sich durch vorübergehende Rückfälle auf keinen Fall entmutigen lassen.
Beispiel: Man geht die Treppe hinauf, stolpert und rutscht ein oder zwei Stufen zurück. Würde man sich dann entscheiden die Treppe wieder ganz hinunterzugehen? Klar, es kommt drauf an, wie weit man schon oben ist, aber wenn man etwas erreichen will, sollte kein Weg zu lang sein!

Oft ist es dann so, dass auf einen Rückschlag Schuldgefühle folgen. Da besteht jetzt die Gefahr, dass man sich in etwas hineinsteigert und denkt, dass man nichts wert sei, einen schwachen Charakter habe und nichts Gutes verdiene. Das sind dann jedoch übertriebene Schuldgefühle, die man erst gar nicht aufkommen lassen darf. Aber der Punkt ist, dass Schuldgefühle auch ein bequemes Fluchtmittel sein können, das uns erlaubt, etwas immer wieder zu tun.
Letzten Endes kommt es darauf an, dass man die schlechte Gewohnheit überwindet, ob man auf dem Weg zu diesem Ziel ein paar Mal schwach wird oder nicht.

 

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