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Wie wird die Pflegebedürftigkeit festgestellt?

Damit Ihr Angehöriger Leistungen der Pflegekasse in Anspruch nehmen kann, muss die Pflegebedürftigkeit bei der Pflegekasse beantragt werden. Das Beantragen kann telefonisch oder per Email erfolgen. Da Sie oder Ihr Angehöriger rückwirkend Leistungen der Pflegekasse vom Tag der Antragstellung erhalten, sollten Sie sich das Datum von Ihrer Pflegekasse schriftlich bestätigen lassen.

Generelle Voraussetzung für Pflegeleistungen ist, dass der Antragsteller innerhalb der letzten zehn Jahre mindestens zwei Jahre lang gesetzlich pflegeversichert war.

Die Pflegebedürftigkeit wird von einem Gutachter des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) festgestellt. Dieser vereinbart innerhalb von 25 Arbeitstagen einen Termin im häuslichen Umfeld des Pflegebedürftigen und prüft die Umstände. Dieser Termin ist ausschlaggebend. Sie und Ihre Angehörigen müssen sich gut vorbereiten. Oft zeigen sich Pflegebedürftige durch den unbekannten Besuch motiviert und geben ein besseres Bild ihres tatsächlichen Zustands ab.

Nach der Prüfung entscheidet die Pflegekasse über Pflegebedürftigkeit und Pflegegrad. Die Zuordnung in einen Pflegegrad richtet sich nach dem Grad der Selbstständigkeit des Pflegebedürftigen. Die Höhe der Leistungen der Pflegekasse richtet sich also nach der Pflegegradzuordnung.

Der Bescheid über den Pflegegrad sollte Ihnen oder Ihrem Angehörigen innerhalb von 25 Arbeitstagen nach Antragstellung mitgeteilt werden. Gegen den Bescheid der Pflegekasse können Sie schriftlich innerhalb von einem Monat Widerspruch einlegen. Fordern Sie das Gutachten ein und lassen sich fachlich beraten.

Wie bereite ich mich auf den Besuch des Medizinischen Dienstes vor?

  • Überlegen Sie sich Ihre Fragen für den Gutachter und schreiben Sie diese auf.
  • Sprechen Sie mit dem Hausarzt und listen Sie aktuelle Medikamente und Hilfsmittel sowie alle relevanten Arztberichte und Krankenhausentlassungspapiere auf.
  • Versorgt ein ambulanter Pflegedienst Ihren Angehörigen, legen Sie die Pflegedokumentation bereit.
  • Haben Sie mindestens eine Woche ein Pflegetagebuch geführt?
  • Bereiten Sie sich darauf vor, Ihre Schilderungen kurz und plastisch vorzutragen. Was wird an Hilfe und Pflege gebraucht?
  • Stimmen Sie Ihren Angehörigen auf den Besuch des Gutachters ein.

Fragen?

Nehmen Sie unsere kostenlose Beratung in Anspruch! Telefon: 0331-23 18 79 40 

Downloads:

Infoblätter:

Infoblatt "Pflege-Begutachtung"

Vorlagen:

Vorlage "Pflegetagebuch"

Vorlage "Widerspruch"

Broschüren:

Broschüre des MDS "Die Selbsständigkeit als Maß der Pflegebedürftigkeit"